Schlagwort-Archive: Armenier

Armenier-Streit: Türkei steuert in die Isolation

Es dürfte ein Rekord in der internationalen Politik gewesen sein: Fast im Minutentakt attackierte die Türkei am Freitagabend die Bundesrepublik und mehrere andere wichtige Partnerländer wegen der Armenier-Frage. In Erklärungen des Außenamtes wandte sich die Regierung in Ankara gegen die Armenier-Rede von Bundespräsidet Joachim Gauck und warnte den Bundestag vor einer Annahme der geplanten Armenier-Resolution, in der der Begriff des Völkermordes vorkommt. Auch die USA, Frankreich und Russland wurden mit heftiger Kritik bedacht. Mit dem Wutausbruch manövriert sich die Türkei selbst ins Abseits.

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Türkei im Armenien-Streit: Starke Worte – aber nicht unbedingt politische Konsequenzen

Scharfer Protest, Botschafter-Abberufung, Warnung vor einem Schaden für die Beziehgungen: Nach der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum Völkermord an den Armeniern und der erwarteten Annahme einer Bundestagsresolution an diesem Freitag ist mit einer heftigen Antwort aus Ankara zu rechnen. Zu einem großen Teil liegen die Gründe für die Aufregung und die starken Worte im türkischen Wahlkalender. Beobachter erwarten keine ernsthaften politischen Langzeitfolgen – auch bei ähnlichem Streit in der Vergangenheit legte sich die Empörung bald wieder.

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Armenier-Debatte: Türkei braucht mehr Diskussionen, nicht weniger

Die Türkei wird zum hundertsten Jahrestag der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg mit vielen unangenehmen Fragen konfrontiert. Das ist gut so. Die Türkei braucht mehr Diskussionen, nicht weniger.

Hinter der Ablehnung des Begriffs „Genozid“ durch Ankara verbirgt sich ein grundsätzliches Problem. Die offizielle türkische Geschichtsschreibung und die Politik sind nicht bereit, der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen, dass die osmanische Reichsregierung im Jahr 1915 beim Umgang mit den Armeniern schwere Schuld auf sich lud. Ob das nun Völkermord genannt wird oder nicht: Mit dieser historischen Schuld muss sich das Land befassen. Darum geht es.

Derzeit will die offizielle Türkei das nicht zulassen. Präsident Recep Tayyip Erdogan und auch die großen Oppositionsparteien relativieren die Taten der Osmanen-Regierung als patriotisch motivierte Entscheidungen zur Rettung des Vaterlandes. Von Versagen, Schuld oder Verbrechen ist keine Rede. Erdogans Regierungspartei AKP begreift die internationale Armenier-Debatte zudem als Angriff auf die Türkei und als Verschwörung mit dem Ziel, den Aufstieg des Landes zur eigenständigen Regionalmacht zu blockieren. Dasselbe Argument führt die AKP ins Feld, wenn es um die Gezi-Proteste oder die Korruptionsvorwürfe geht.

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Niederlage als Keimzelle des späteren Triumphes: Die Türkei und der Erste Weltkrieg

Eine Niederlage, die als Anfang des späteren Triumphes gedeutet wird: In der Türkei wird der Erste Weltkrieg vor allem als Ouvertüre zur Gründung der türkischen Republik fünf Jahre nach Kriegsende gesehen. Damit wird der Krieg zum Teil der nationalen Identität und der Heldenverehrung für Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk. Diese Sicht der Dinge prägt – und verzerrt – das Bild des Konfliktes bis heute. Doch in jüngster Zeit tauchen immer mehr kritische Fragen auf, vor allem mit Blick auf den Völkermord an den Armeniern.

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Journalist schreibt mit Armenier-Buch gegen türkische Lebenslüge an

Hasan Cemal, einer der angesehensten Journalisten der Türkei, hat ein bemerkenswertes Buch zum armenischen Völkermord vorgelegt. Cemal ist Enkel eines osmanischen Generals, der den Völkermord mit zu verantworten hatte. Er beschreibt, wie er im Laufe der Jahre mehr und mehr zu dem Schluss kam, dass sein Land „in der Lüge lebt“, weil es den Völkermord leugnet. Cemal selbst löst sich von der Lüge – sein Buch heißt: „1915: Armenischer Völkermord“.

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Türkei hofft auf Ende der Ära Sarkozy

In kaum einem anderen Land außerhalb der EU wird die Präsidentenwahl in Frankreich so aufmerksam verfolgt wie in der Türkei. Nach der Niederlage von Amtsinhaber und Türkei-Skeptiker Sarkozy im ersten Wahlgang macht sich in Ankara die Hoffnung auf einen europapolitischen Neuanfang breit. Denn Sarkozy blockiert derzeit fünf EU-Verhandlungskapitel der Türkei – die Sperre ist ein Grund für den Stillstand in der türkischen EU-Bewerbung. Der Sozialist Hollande würde nach einem Wahlsieg die Blockade in Brüssel aufheben, hoffen die Türken. Doch auch unter Hollande wären die türkisch-französischen Beziehungen nicht frei von Problemen.

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Urteil im Dink-Prozess: „Sie haben uns zum Narren gehalten“

Die Polizei erfährt von einem Mordkomplott gegen einen der prominentesten Journalisten des Landes, der im Visier von Rechtsradikal steht. Sogar den Typ der Waffe, die bei dem Anschlag verwendet werden soll, ist den Beamten bekannt. Und doch tun die Behörden nichts, um das Verbrechen zu verhindern, möglicherweise stacheln sie die Mörder sogar an. Fünf Jahre später verurteilt ein Gericht einen der Rechtsextremisten zu lebenslanger Haft, sieht aber keine Hinweise für eine Verschwörung – kein Wunder, dass das Urteil im Prozess gegen die Mörder von Hrant Dink in der Türkei von den Anwälten der Opferfamilie als schlechter Witz kritisiert wird: „Sie haben uns zum Narren gehalten“, sagte die Dink-Anwältin Fethiye Cetin nach Verkündung der Entscheidung. Cetin und andere wollen trotzdem versuchen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen – wenn nötig mit einem neuen Prozess.

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Türken und Franzosen streiten um Armenier-Massaker

Die Türkei wehrt sich gegen einen Gesetzentwurf im französischen Parlament, mit dem die Leugnung des türkischen Völkermordes an den Armeniern von 1915 zu einer Straftat erklärt werden soll. Politiker, Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten der armenischen Minderheit in der Türkei kritisieren den französischen Entwurf. Ankara will die Beziehungen zu Frankreich – ähnlich wie im Fall Israel – auf ein Minimum herunterfahren, falls das Gesetz wie erwartet an diesem Donnerstag angenommen wird. Doch in der Türkei regen sich auch Stimmen, die ein Ende der bisherigen Politik Ankaras in der Armenierfrage fordern.

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„Gibt es denn niemanden, der die abknallt?“

Wieder ist in der Türkei ein christlicher Geistlicher von einem Rechtsextremisten angegriffen worden. Diesmal schritt die Polizei ein, doch in anderen Fällen in den vergangenen Jahren erreichten die Mörder ihr Ziel. Ein Brief des Todesschützen im Fall des 2007 ermordeten armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink wirft jetzt ein Schlaglicht auf die Gründe, warum sich immer wieder junge Türken finden, die sich zu Christenmördern machen lassen.

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Armenier auf Akdamar

Noch vor fünf Jahren wäre ein Gottesdienst, wie er am Sonntag in der Heilig-Kreuz-Kirche auf der Insel Akdamar im südoastanatolischen Van-See stattfand, kaum denkbar gewesen. Rund 4000 Menschen, darunter Armenier aus der Türkei, Armenien, den USA, Europa, Iran und Syrien, kamen zur ersten religiösen Zeremonie auf der Inselkirche seit 95 Jahren. Die Polizei sicherte das historische Ereignis mit rund 600 Beamten, die aber nicht viel zu tun hatten – von nationalistischen Störern war weit und breit nichts zu sehen.

Monatelang hatten nicht nur die Armenier, sondern auch die vorwiegend kurdische Bevölkerung von Van auf diesen Tag gewartet. Mehrere tausend Kurden erklärten sich bereit, armenische Gäste bei sich zu Hause aufzunehmen, weil die Hotels in der Gegend ausgebucht waren.

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