Armenier-Debatte: Türkei braucht mehr Diskussionen, nicht weniger

Die Türkei wird zum hundertsten Jahrestag der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg mit vielen unangenehmen Fragen konfrontiert. Das ist gut so. Die Türkei braucht mehr Diskussionen, nicht weniger.

Hinter der Ablehnung des Begriffs „Genozid“ durch Ankara verbirgt sich ein grundsätzliches Problem. Die offizielle türkische Geschichtsschreibung und die Politik sind nicht bereit, der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen, dass die osmanische Reichsregierung im Jahr 1915 beim Umgang mit den Armeniern schwere Schuld auf sich lud. Ob das nun Völkermord genannt wird oder nicht: Mit dieser historischen Schuld muss sich das Land befassen. Darum geht es.

Derzeit will die offizielle Türkei das nicht zulassen. Präsident Recep Tayyip Erdogan und auch die großen Oppositionsparteien relativieren die Taten der Osmanen-Regierung als patriotisch motivierte Entscheidungen zur Rettung des Vaterlandes. Von Versagen, Schuld oder Verbrechen ist keine Rede. Erdogans Regierungspartei AKP begreift die internationale Armenier-Debatte zudem als Angriff auf die Türkei und als Verschwörung mit dem Ziel, den Aufstieg des Landes zur eigenständigen Regionalmacht zu blockieren. Dasselbe Argument führt die AKP ins Feld, wenn es um die Gezi-Proteste oder die Korruptionsvorwürfe geht.

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