Zensur sprengt Istanbuler Filmfestival

Ein Sonnenaufgang in der wildromantischen Berglandschaft Südostanatoliens. Eine Rebellen-Einheit, die durch ein Tal marschiert. Guerillas in olivgrünen Uniformen, die im Lager Brot backen und Volleyball spielen. Eine Kämpferin der Rebellenarmee, die von Freiheit spricht. Solche Szenen voller Revolutionsromantik aus dem Film „Bakur“ (Norden) machen deutlich, warum die türkische Regierung den Dokumentarstreifen nicht mag: „Bakur“ behandelt den Alltag von Kämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

„Bakur“ sollte am vergangenen Sonntag beim Istanbuler Filmfestival gezeigt werden, wurde aber aufgrund einer Intervention aus Ankara kurz vor der Vorführung abgesetzt. Rund hundert Filmemacher, darunter Nuri Bilge Ceylan, der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, protestierten in einem Offenen Brief gegen die Einmischung des Kulturministeriums. Gleichzeitig zogen etwa zwei Dutzend Regisseure ihre Beiträge aus den Wettbewerben des Filmfestivals zurück.

Die Festivalleitung gab den Regisseuren recht und stornierte alle Wettbewerbe, auch wenn das Filmprogramm wie geplant bis zum Festivalende am 19. April weiterlaufen soll. Die Produktionsfirma Surela und die Unterzeichner des Offenen Briefes sprachen von Zensur.

Mehr hier.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.