Pressefreiheit und Satire in der „Neuen Türkei“ Erdogans

Sie kamen natürlich im Morgengrauen, wie immer. Als türkische Polizeibeamte in dieser Woche an der Wohnungstür des Journalisten Mehmet Baransu in Istanbul klingelten, wusste der schon Bescheid. Er wurde wieder einmal festgenommen, von der Statsanwaltschaft verhört und wenige Stunden später wieder freigelassen. Immerhin wurde er diesmal nicht geschlagen, wie es im August schon einmal geschehen war. Es war bereits seine vierte Festnahme.

Das Köfferchen für den Knast steht dieser Tage bei vielen türkischen Journalisten griffbereit. Doch die Pressefreiheit in der Türkei erfreut sich nach Ansicht ihres Staatspräsidenten bester Gesundheit. „An keinem Ort der Welt sind die Medien so frei wie in der Türkei“, sagte Recep Tayyip Erdogan wenige Tage vor Baransus jüngster Festnahme in einer Rede vor einer Gewerkschaftsveranstaltung. Wer etwas anderes behaupte, betreibe „türkeifeindliche Propaganda“.

Absurd? Für Baris Uygur ist der Irrwitz das tägliche Brot. Als Redakteur der Istanbuler Satirezeitschrift „Uykusuz“ spießt Uygur Woche für Woche die politischen Ereignisse seines Landes auf und dreht Erdogan eine lange Nase.

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