Kobane-Unruhen gefährden Kurden-Friedensgespräche in der Türkei

Mahmut Cakan reibt sich die rechte Schulter, da wo ihn der Schlagstock des Polizisten traf. Cakan, 43, Kurdenaktivist im Istanbuler Stadtviertel Esenyurt, hat zwei Nächte voller Gewalt hinter sich. Er hat gesehen, wie sich Kurden und Türken mit Schusswaffen und Messern bekämpften, wie Autos in Flammen aufgingen – und die Hoffnung auf Frieden in der Türkei gleich mit.

Als Bezirkschef der Kurdenpartei BDP trifft sich Cakan am Morgen nach der zweiten Gewaltnacht mit seinen Mitstreitern im Esenyurter Parteibüro. In einer Ecke des Versammlungssaals hängt ein überlebensgroßes Porträt von Abdullah Öcalan, dem inhaftierten Chef der PKK-Kurdenrebellen, daneben eine kurdische Fahne. Im Fernsehen läuft der PKK-nahe Sender Sterk TV. Ein Plakat im Treppenhaus ruft zur Solidarität mit Rojava auf, dem kurdischen Autonomiegebiet in Nordsyrien, zu der auch die umkämpfte Stadt Kobane gehört.

„Überall ist Kobane, überall in Widerstand“, verkündet ein Laufband bei Sterk TV. Seit Tagen wird die Türkei von Kurdenunruhen erschüttert. Der Friedensschluss zwischen der PKK und dem türkischen Staat, der eben noch greifbar nahe erschien, ist plötzlich in weite Ferne gerückt.

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