Die schwarzen Fahnen des IS an der türkischen Grenze

Der Imam ist geflohen aus Mürsitpinar, genau wie der Lehrer und viele andere. Sie wollten nicht mehr in einem türkischen Bauerndorf leben, das plötzlich an der Front eines Konfliktes mit der brutalsten Extremistengruppe des Jahrzehnts liegt. Nur ein paar Eisenbahnschienen und ein geschlossener Grenzübergang trennen Mürsitpinar von Kobane, der syrischen Stadt, die seit Wochen von der Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) angegriffen wird.

Der Krieg ist der neue Nachbar von Mürsitpinar. Einheiten der türkischen Polizei und bewaffnete Soldaten lassen niemanden ins Dorf und patrouillieren durch die Straßen. Gepanzerte Fahrzeuge stehen bereit. Der Beamte eines Sondereinsatzkommandos der Polizei sitzt im Schatten eines verlassenen Eisenbahngebäudes zwanzig Meter vom Stacheldraht des Grenzzauns entfernt und montiert ein Fernrohr auf sein Präzisionsgewehr. Aus Kobane dringt hin und wieder der dumpfe Knall einer Explosion herüber. „Besonders nachts hört man viele Schüsse und Einschläge“, sagt ein Polizist. Auf dem Turm eines Getreidesilos an der Grenzlinie weht die türkische Fahne. Manchmal kann man von der türkischen Seite der Grenze aus die schwarze Fahne des IS sehen.

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