Kritik an Regierung und Behörden nach schwerem Grubenunglück in der Türkei

Sami Kilic hat die Katastrophe mit eigenen Augen gesehen. „Die Überlebenschancen sind weniger als Null“, sagt der türkische Bergarbeiter am Mittwochmorgen vor der Kohlegrube im westtürkischen Soma. Nach offiziellen Angaben sind zu diesem Zeitpunkt 201 Todesopfer geborgen worden, mehrere hundert Bergarbeiter konnten gerettet werden. Doch Kilic, der an den Rettungsarbeiten tief unter Tage teilgenommen hat und jetzt mit rußverschmiertem Gesicht unter seinem gelben Bergarbeiterhelm vor der Kamera eines türkischen Fernsehsenders steht, sieht noch kein Ende des vielleicht schlimmsten Bergwerkunglücks der türkischen Geschichte: „300, 350 oder 400 Arbeiter sind da unten noch eingeschlossen“, sagt er.

Am Tag nach der Explosion eines Trafos rund 400 Meter unter Tage sind die Ausmaße des Grubenunglücks von Soma immer noch nicht klar. Der aus Ankara herbei geeilte Energieminister Taner Yildiz räumt ein, dass die Zeit gegen die Retter laufe und dass mit einer steigenden Zahl der Opfer zu rechnen sei. „Unsere Hoffnungen sinken“, sagt der Minister. Das Feuer in dem Trafo ließ in dem Bergwerk den Strom ausfallen – Aufzüge und Frischluftversorgung funktionierten nicht mehr. Der Zufall wollte es, dass sich das Unglück beim Schichtwechsel ereignete, als fast 800 Beschäftigte in der Grube waren.

 

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