Wie der „Geist von Gezi“ die Türkei verändert

Zwei Milchtüten haben das Leben von Süha Yilmaz verändert. Es war Anfang Juni im damals von Demonstranten besetzten Gezi-Park im Stadtzentrum von  Istanbul. Yilmaz, 31, half in der Annahmestelle für Lebensmittelspenden für die Parkbesetzer aus, als er in einem Plastikbeutel die Milch und einen Zettel fand. Was auf dem Zettel stand, berührte Yilmaz tief – und motiviert ihn bis heute. „Da schrieb ein Mann, er habe kaum Geld, um Milch für seine Familie zu kaufen,“ sagt Yilmaz. „Aber trotzdem wolle er uns die Milch spenden – für die Zukunft seiner Kinder.“

Vier Monate später, ein sonniger Oktobertag. Yilmaz ist zurück im Gezi-Park, der heute ganz anders aussieht als Anfang Juni. Nach zwei Wochen Besetzung durch die Demonstranten, die gegen die geplante Rodung der Bäume im Park für ein Bauprojekt der Regierung protestierten, räumte die Polizei das bunte und chaotische Zeltlager der Protestbewegung. Im ganzen Land gingen damals vor allem junge Leute gegen den autokratischen Führungsstil der Regierung und von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf die Straße.

Für Yilmaz wie für die ganze Türkei waren die Wochen im Gezi-Park prägend. Er, der sich früher von der Politik fernhielt, verbringt heute einen Großteil seiner Freizeit mit politischer Arbeit. Der „Geist von Gezi“ verändert das Land.

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