Seit Mai 2008 ist das Internet-Videoportal für türkische Nutzer gesperrt, weil in einem der Milliarden Youtube-Videos der Staatsgründer Atatürk verhöhnt worden sein soll – zumindest nach Ansicht eines Gerichts in Ankara. Auch wenn dieser Gerichtsbeschluss mal aufgehoben werden sollte, so würde das nichts nützen, berichtet jetzt Erol Önderoglu von Reporter Ohne Grenzen: An die zehn weitere Gerichte warten bereits mit ähnlichen Beschlüssen. Das Problem ist ein schlampiges Internet-Gesetz, das auch in diesem Jahr nicht reformiert werden dürfte. Nicht nur, weil Erdogan mal wieder andere Sorgen hat. Sondern auch, weil die Türken mit www.yasaktube.com („Verboten-Tube“) und ähnlichen Umgehungen ohnehin weiter Youtube gucken – das fünftbeliebteste Surf-Ziel im Land. Auch Erdogan guckt mit.